Lübke: „Weniger Straftaten, mehr Gewalt – das ist alarmierend“
„Die Statistik wirkt beruhigend – die Realität ist es nicht“, sagt Marco Lübke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen, zur Polizeilichen Kriminalstatistik 2025 (PKS). Laut dieser ist die Zahl der erfassten Straftaten im Land Bremen im vergangenen Jahr auf 94.401 zurückgegangen. „Natürlich freuen wir uns, dass Bremen sicherer geworden zu sein scheint, aber wir dürfen uns nicht täuschen lassen. Die Gewaltdelikte haben deutlich zugenommen, die Gesellschaft verroht zunehmend. Hier müssen wir entschieden gegensteuern“, so Lübke.
Die besorgniserregenden Entwicklungen im Detail:
- Zunahme bei gefährlicher und schwerer Körperverletzung im Land Bremen um 26,5 Prozent (in der Stadt Bremen sogar um 31,5 %)
- Zunahme bei vollendeten und versuchten Tötungsdelikten in Bremen und Bremerhaven um 22 Prozent
- Zunahme bei Messerangriffen um 39 Prozent im Land Bremen
- Zunahme bei Gewalt gegen Polizisten um rund 50 Prozent (in der Stadt Bremen sogar um 60 Prozent)
Besonders alarmiert zeigt sich Lübke über die massive Zunahme von Gewalt gegen Polizeibeamte. „Wer Polizistinnen und Polizisten angreift, greift den Staat selbst an. Diese Entwicklung ist absolut inakzeptabel. Unsere Einsatzkräfte verdienen Respekt und Rückhalt – nicht Gewalt auf offener Straße.“
Der Rückgang der Gesamtzahl der Straftaten sei vor allem auf eine deutliche Abnahme bei Diebstahldelikten zurückzuführen. In der Stadt Bremen sank ihre Zahl von 43.731 auf 36.772 Fälle, in Bremerhaven von 6.082 auf 5.671. „Dass dadurch die Gesamtstatistik sinkt, darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass gleichzeitig schwere Gewalttaten deutlich zunehmen“, sagt Lübke.
Für die CDU-Fraktion steht deshalb fest: Die Statistik zeigt zwei Entwicklungen gleichzeitig – weniger Eigentumsdelikte, aber mehr Gewalt. Lübke: „Für das Sicherheitsgefühl der Menschen ist entscheidend, wie häufig sie Gewalt im öffentlichen Raum wahrnehmen. Hier sehen wir leider eine Verschärfung der Lage.“
Aus Sicht der CDU-Fraktion muss der Senat jetzt konsequent handeln. „Wir brauchen eine stärkere Polizeipräsenz, konsequente Strafverfolgung und klare politische Signale gegen Gewalt. Bremen darf sich nicht daran gewöhnen, dass Gewaltkriminalität Jahr für Jahr zunimmt“, so Lübke abschließend.