Hornhues/Averwerser: „Lehrkräfteversorgung und Ganztag bleiben Herausforderung – Senat muss Unterricht sicherstellen“

Personelle Engpässe vor allem in Bremen-Nord
Schüler heben im Unterricht den Arm

„Wenn Bildungssenator Mark Rackles eine verbesserte Personalsituation an den Schulen verkündet, gleichzeitig aber weiter Engpässe in Bremen-Nord einräumen muss, können wir uns mit dieser Bilanz nicht zufriedengeben“, erklärt Bettina Hornhues, Bremen-Norder Abgeordnete der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Mitglied der städtischen Bildungsdeputation. „Aus Schulen wie der Grundschule Am Wasser, der Tami-Oelfken-Schule oder der Oberschule Borchshöhe erreichen uns seit Jahren Hilferufe. Es darf nicht sein, dass der Wohnort darüber entscheidet, ob Kinder ausreichend Unterricht erhalten.“

Die CDU-Fraktion fordert, die Anreize für Lehrkräfte deutlich auszubauen, sich gezielt für Schulen in besonders unterversorgten Stadtteilen zu entscheiden. Hornhues: „Wenn Freiwilligkeit aber nicht ausreicht, darf der Senat auch befristete Abordnungen von Lehrkräften – im Zweifel auch ohne vorheriges Einvernehmen – nicht länger ausschließen. Das mag im Einzelfall unangenehm sein, aber die verlässliche Unterrichtsversorgung unserer Kinder muss am Ende Vorrang haben.“

Auch Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, warnt davor, sich von rechnerischen Versorgungsquoten blenden zu lassen. „Knapp 100 Prozent Lehrkräfteversorgung auf dem Papier bedeuten noch lange nicht 100 Prozent Unterricht im Klassenzimmer. Elternzeiten, Langzeiterkrankungen und andere Ausfälle müssen bei einer ehrlichen Betrachtung berücksichtigt werden.“

Wie groß die Lücken tatsächlich sind, will die CDU-Fraktion deshalb mit ihrer Kleinen Anfrage „Schuljahresbeginn 2026/2027 im Land Bremen – Personalausstattung, Unterrichtsversorgung und weitere Kennzahlen“ (Drs. 21/1926) detailliert klären.

Zudem hat der Bildungssenator erklärt, dass der Rechtsanspruch auf eine Ganztagsbetreuung in der ersten Klasse gesichert sei – wie es in höheren Jahrgangsstufen aussieht, blieb offen. Rackles räumte ein, dass die bauliche Ausstattung an einigen Standorten noch nicht vorhanden sei. „Der Ganztag kann nur funktionieren, wenn genug Personal und die entsprechenden Räumlichkeiten zur Verfügung stehen“, erklärt Averwerser. Auch zu diesem Thema hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion eine umfangreiche Kleine Anfrage eingereicht (Drs. 21/1925).

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