Bericht zur aktuellen Lage der Kinder- und Jugendpsychiatrie

Bensch: „Gesundheitssenatorin erkennt Ernst der Lage nicht“

Rainer Bensch

„Kinder sind keine Autos, die man nach und nach reparieren kann! Die Gesundheitssenatorin erkennt den Ernst der Lage nicht und muss der Kinder- und Jugendpsychiatrie absolute Priorität geben“, fordert Rainer Bensch, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. Die CDU-Fraktion hatte für die morgige Sitzung der Gesundheitsdeputation einen Bericht zur aktuellen Lage in der ambulanten und stationären Kinder- und Jugendpsychiatrie im Land Bremen eingereicht. Die Antwort der Behörde liegt nun vor und zeichnet ein desolates Bild. 

„Diese Berichtsbitte wird ohne Empathie und Engagement behandelt. Angeblich verfügt die Gesundheitssenatorin über keine Zahlen, wie sich die Bedarfe für die Kinder- und Jugendpsychiatrie durch die Pandemie entwickelt hat. Sie vermutet einen Anstieg der Anfragen um 50 Prozent“, ärgert sich Bensch. Laut einer Studie der Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf (UKE) zeigt fast jedes dritte Kind ein Jahr nach Beginn der Corona-Pandemie psychische Auffälligkeiten. „Die Auswirkungen von Corona auf die psychische Gesundheit bei Kindern und Jugendlichen darf nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Wenn die Senatorin in Hinblick auf die hohe Zahl psychisch leidender Kinder und Jugendlicher auf deren "Kreativität, Flexibilität und Anpassungsfähigkeit" sowie auf "ressortübergreifende Angebote" setzt, dann wird dies der Dramatik und Ernsthaftigkeit der aktuellen Lage nicht gerecht und wirkt zynisch“, so der Gesundheitsexperte.

Momentan beträgt die Wartezeit für eine stationäre Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie vier bis fünf Monate, bei einer ambulanten Versorgung sind es sechs bis zwölf Wochen. „Wir können mit der normalen Regelversorgung nicht weitermachen. Angesichts einer noch nie dagewesenen "Welle" an erhöhtem kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungsbedarf reicht dies nicht aus. Wenn eine deutliche Zunahme von schweren suizidalen Krisen, Schulvermeidung und übermäßigem Suchtmittelkonsum festgestellt wird, dann muss man diesem mit einem ausreichenden und aufgestockten Angebot entgegentreten“, fordert Rainer Bensch. 
 

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