Averwerser: „Bildungspolitik braucht Fakten, keine Ideologie“
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion bekennt sich klar zum Bremer Bildungskonsens – und kritisiert deutlich, dass sich die Linke offenbar noch vor Abschluss der laufenden Evaluation von diesem gemeinsamen Weg verabschieden will. „Der Bildungskonsens war und ist ein wichtiger Stabilitätsanker für unser Schulsystem. Gerade in einem Bundesland, das bei Bildungsrankings regelmäßig auf dem letzten Platz landet, brauchen wir Verlässlichkeit statt substanzloser Strukturdebatten“, erklärt Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.
Der 2018 zum ersten Mal verlängerte sogenannte Bremer Konsens zur Schulentwicklung läuft 2028 aus. Derzeit wird er wissenschaftlich evaluiert; die Ergebnisse werden in der zweiten Jahreshälfte erwartet. Für die CDU ist klar: Auf dieser Grundlage muss sachlich und gemeinsam beraten werden, wie es weitergeht.
„Bildungspolitik darf nicht ideologisch und parteipolitisch gesteuert sein, sondern muss nach wissenschaftlichen Erkenntnissen zum Wohle unserer Schülerinnen und Schüler gestaltet werden“, so Averwerser. „Schon die letzte Evaluation hat bestätigt, dass sich das zweigliedrige System aus Oberschulen und Gymnasien bewährt hat und die Struktur zukunftsfähig ist. Wer jetzt lautstark nach einer Schule für alle ruft, tut dies ohne sachliche Grundlage und greift den Ergebnissen der Wissenschaft bewusst vor.“
Auf ihrem jüngsten Parteitag hat sich die Linke bereits klar für die Abschaffung des bewährten zweigliedrigen Schulsystems und die Einführung der Einheitsschule ausgesprochen. Für Averwerser ist das ein falsches Signal: „Das zeigt einmal mehr: Für die Linke steht Ideologie über Sachpolitik. Wer sich schon vor Veröffentlichung der Evaluation festlegt, hat offenbar kein Interesse an ergebnisoffenen Gesprächen auf Grundlage wissenschaftlicher Fakten.“ Die CDU-Fraktion stehe bereit, zeitnah über eine Verlängerung des Konsenses über 2028 hinaus zu sprechen – auf Basis der Evaluation und mit klarem Fokus auf Qualitätsverbesserung. „Unsere Schulen brauchen Verlässlichkeit und endlich bessere Ergebnisse“, betont Averwerser.
Für die CDU gehören dazu konkrete Maßnahmen, die sie im Januar auf der gemeinsamen Klausurtagung von Bürgerschaftsfraktion und Landesverband noch einmal im Rahmen des Positionspapiers „Verantwortung übernehmen – Leistung ermöglichen – Zukunft sichern“ beschlossen hat: verbindliche Sprachstandtests spätestens ab dem 4. Lebensjahr, ein verpflichtendes Kita-Basiskompetenzjahr für Kinder mit Sprachförderbedarf, eine verbindliche Sprachförderung sowie eine konsequente Stärkung der Basiskompetenzen Lesen, Schreiben und Rechnen.