Ahrens/Averwerser: „Sprachdefizite sind kein neues Problem – Senat ignoriert seit Jahren unsere Lösungsvorschläge“

Jedes zweite Kita-Kind im Vorschulalter spricht nicht gut Deutsch
Eine Lehrkraft betreut Schüler an einem Tisch

Angesichts aktueller Berichte des Instituts für Qualitätsentwicklung im Land Bremen (IQHB) zu zunehmenden Sprachförderbedarfen bei Kindern, bekräftigt die CDU-Bürgerschaftsfraktion den dringenden Handlungsbedarf. „Dass mittlerweile rund jedes zweite Kind im letzten Kita-Jahr nicht ausreichend Deutsch spricht, ist alarmierend – in sozial besonders herausgeforderten Stadtteilen wie Gröpelingen liegt die Quote sogar bei bis zu 75 Prozent“, erklärt Sandra Ahrens, kinderpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Wir weisen seit Jahren auf diese Entwicklung hin und haben der Bremischen Bürgerschaft mit unserem Konzept eines verbindlichen Kita-Basiskompetenzjahres für Kinder mit Sprachförderbedarf abermals konkrete Lösungen vorgelegt (vgl. Drs. 21/1279) – doch der Senat Bovenschulte hat diese bisher bewusst abgelehnt.“

Das Basiskompetenzjahr der CDU-Fraktion soll gezielt Sprachförderung sowie grundlegende Fähigkeiten systematisch stärken – verbindlich, frühzeitig und unabhängig vom Elternhaus. „Wir haben bereits 2021 eine verbindliche Vorschule für Kinder mit Sprachförderbedarf gefordert. Wenn der Senat unserem konkreten Vorschlag bereits damals gefolgt wäre, hätten viele Kinder, die heute in der dritten Klasse nachweislich mit massiven sprachlichen Defiziten kämpfen, längst davon profitieren können“, erklärt Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin. Vor dem Hintergrund, dass Bildungssenator Rackles nun im Rahmen seiner jüngst ausgerufenen „Offensive für mehr Bildungsqualität“ einen nahezu gleichlautenden Vorschlag vorgelegt habe, sei entscheidend, dass es dabei nicht bei Ankündigungen und Absichtserklärungen bleibe, sondern endlich konkrete Umsetzungsschritte folgten.

„Die Ergebnisse des IQHB zeigen deutlich, wie sich fehlende Sprachförderung im Kita-Alter negativ auf die gesamte Bildungsbiografie auswirkt. Wenn in der dritten Klasse zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler erhebliche Probleme in Mathematik und Deutsch haben und viele die Mindeststandards nicht erreichen, steht dies unmittelbar im Zusammenhang mit unterbliebener früher Förderung“, so Averwerser. 

Sandra Ahrens ergänzt: „Wir brauchen endlich einen echten Systemwechsel – weg von unverbindlichen Angeboten hin zu gezielter Förderung, und zwar wissenschaftlich begleitet und vor allem obligatorisch für die Kinder mit nachgewiesenem Bedarf.“ Dass Bremen jetzt beginne, auf im Projekt „Stark in der Grundschule“ (StarS) auf Bundesebene beschlossene Instrumente zu setzen, sei zwar ein Anfang. „Dass wir in Bremen nun auf externe Lösungen zurückgreifen müssen, an denen das IQHB maßgeblich mitgearbeitet hat, macht aber auch deutlich, dass die Politik des Senats Bovenschulte gescheitert ist.“

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