Bensch: „Nicht nur die betroffenen Frauen, sondern die gesamte Gesellschaft verdienen lückenlose Aufklärung“

Fehldiagnosen zu Brustkrebs: CDU-Fraktion reicht Fragenkatalog ein
Rainer Bensch

Nach den bekannt gewordenen Fehldiagnosen bei Brustkrebspatientinnen am Institut für Pathologie des Klinikums Bremen-Mitte fordert die CDU-Bürgerschaftsfraktion eine lückenlose Aufklärung der Vorgänge. In einer Großen Anfrage an den Senat will die Fraktion wissen, wie es zu den Fehlinterpretationen kommen konnte, welche Kontrollmechanismen versagt haben und welche Konsequenzen nun gezogen werden.

„Nach allem, was wir wissen, wurden mindestens 34 Patientinnen mit drastischen Therapien konfrontiert, die auf falschen Befunden beruhten – mit teils gravierenden gesundheitlichen Folgen, sowohl körperlich als auch seelisch“, erklärt Rainer Bensch, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Das Vertrauen in die Diagnostik und die Qualitätssicherung der kommunalen Kliniken steht auf dem Spiel. Patientinnen und Angehörige haben ein Recht auf volle Transparenz.“

Die CDU-Fraktion will insbesondere geklärt wissen, wann Klinikleitung, GeNo-Geschäftsführung und Gesundheitssenatorin erstmals von den Fehldiagnosen erfahren haben, warum das Vier-Augen-Prinzip ausgesetzt und erst nachträglich wieder eingeführt wurde und ob stichprobenartige Qualitätskontrollen tatsächlich stattgefunden haben. Zudem fragt die Fraktion nach den personellen und organisatorischen Strukturen im Institut für Pathologie, nach möglichen Überlastungen, der Personalpolitik sowie der Rolle des Chefarztes der Pathologie, der im Internet zugleich als Oberarzt an der Universität Göttingen geführt wird.

„Die bisherige Darstellung, es handele sich um individuelle Fehlinterpretationen, greift zu kurz“, betont Bensch. „Wir wollen wissen, ob es strukturelle Ursachen gab – etwa durch Kostendruck, Personalmangel oder mangelhafte Kontrolle. Nur wer die Ursachen ehrlich aufarbeitet, kann künftige Fehler verhindern.“

Für die CDU-Fraktion steht fest: Es braucht jetzt vollständige Transparenz, eine unabhängige Überprüfung der Vorgänge und klare Konsequenzen für Leitung und Aufsicht.

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