Grobien: „Die Bewerbung war trotzdem stark! Verpasste Exzellenz darf kein Anlass zum Stillstand sein!"
Die wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion in der Bremischen Bürgerschaft, Susanne Grobien, zeigt sich enttäuscht über die Entscheidung der Exzellenzkommission, die Northwest Alliance „Connecting for Tomorrow“, den gemeinsamen Exzellenzverbund der Universitäten Bremen und Oldenburg, nicht als Exzellenzverbund auszuwählen.
„Diese Entscheidung ist bedauerlich und stellt für den Wissenschaftsstandort Bremen eine Enttäuschung dar. Dennoch schmälert sie in keiner Weise die beeindruckenden Leistungen unserer Hochschulen, Forscherinnen und Forscher sowie aller Beteiligten in den vergangenen Jahren“, erklärt Grobien.
Besonders verweist die CDU-Abgeordnete auf die erfolgreichen Einwerbungen von Exzellenzclustern durch die Universitäten Bremen und Oldenburg. „Bereits die Bewilligung von insgesamt vier Exzellenzclustern zeigt die hohe wissenschaftliche Qualität unserer Hochschulen. Die hervorragende Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler bleibt unabhängig von der heutigen Entscheidung bestehen. Dafür verdienen alle Beteiligten Anerkennung und Dank.“
Nach Ansicht Grobiens wäre die Auszeichnung ein wichtiger Impuls für Bremen gewesen. „Der Exzellenzstatus hätte nicht nur zusätzliche finanzielle Mittel für Spitzenforschung gebracht, sondern auch die internationale Sichtbarkeit und das Renommee unserer Universitäten erheblich gestärkt. Forschung und Wissenschaft sind zentrale Standortfaktoren und haben großen Einfluss auf die wirtschaftliche Entwicklung und Wettbewerbsfähigkeit unseres Bundeslandes.“
Die CDU-Politikerin fordert nun eine umfassende Aufarbeitung im Wissenschaftsausschuss. „Wir müssen genau analysieren, woran die Bewerbung gescheitert ist und welche Schritte notwendig sind, um in einer zukünftigen Runde der Exzellenzstrategie wieder erfolgreich zu sein. Bremen war bereits bis 2019 Exzellenzuniversität. Deshalb braucht es jetzt ein tragfähiges Konzept, um diesen Status künftig zurückzugewinnen.“
Gleichzeitig sieht Grobien den Senat in der Verantwortung. „Die heutige Entscheidung macht deutlich, dass Wissenschaft und Forschung endlich einen höheren Stellenwert in der Landespolitik erhalten müssen. Die zurückhaltende Schwerpunktsetzung des Senats, die sich beispielsweise im Wissenschaftsplan 2030 und der fortbestehenden Zivilklausel widerspiegelt, trägt nicht dazu bei, das volle Potenzial des Standortes auszuschöpfen. Unsere Hochschulen verdienen deutlich mehr politische Unterstützung.“
Darüber hinaus fordert Grobien stärkere Investitionen in Zukunftstechnologien: „Gerade im Bereich der Sicherheits- und Verteidigungstechnologien verfügt Bremen über großes Innovationspotenzial. Wir dürfen nicht in einer Zuschauerrolle verharren, sondern müssen Verantwortung übernehmen und entsprechende Forschungsbereiche gezielt fördern.“
Zum Hintergrund:
Die Northwest Alliance „Connecting for Tomorrow“ ist der gemeinsame Exzellenzverbund der Universitäten Bremen und Oldenburg. Im Rahmen der Exzellenzstrategie des Bundes und der Länder konnten sich Verbünde nur dann um den Status einer Exzellenzuniversität beziehungsweise eines Exzellenzverbundes bewerben, wenn sie mindestens drei Exzellenzcluster vorweisen. Die Universitäten Bremen und Oldenburg erhielten 2025 insgesamt vier bewilligte Exzellenzcluster, darunter die beiden Bremer Cluster „Der Ozeanboden – unerforschte Schnittstelle der Erde“ und „Die Marsperspektive – Ressourcenknappheit als Grundlage eines Paradigmas der Nachhaltigkeit“. Mit der heutigen Entscheidung wurde die Bewerbung der Northwest Alliance jedoch nicht berücksichtigt.