Raschen: „Das ist ein schwerer Fehler – Senatorin Vogt macht Bremen unsichtbar“
Die Entscheidung von Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Die Linke), Bremen und Bremerhaven im kommenden Jahr von der weltgrößten Tourismusmesse ITB in Berlin zurückzuziehen, stößt bei der CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen auf scharfe Kritik und Unverständnis. „Das ist ein schwerer Fehler. Wer auf der ITB fehlt, macht sich unsichtbar und verabschiedet sich vom Schaufenster der Welt“, kritisiert Thorsten Raschen, hafenpolitischer Sprecher (Land) der CDU-Fraktion. „Bremen hat Stadt- und Standortmarketing offenkundig nicht verstanden. Für Bremerhaven, das im Kreuzfahrttourismus international mitspielt, ist diese Entscheidung ein Schlag ins Gesicht. Gerade die ITB zieht die gesamte Kreuzfahrtbranche an und bietet eine optimale Gelegenheit, Bremerhaven als leistungsfähigen und immer beliebter werdenden Kreuzfahrtstandort bei den großen Reedereien zu vermarkten. Darauf zu verzichten ist grotesk. Nirgendwo sonst erreichen wir dieses Publikum.“
Noch im März 2025 hatte die Wirtschaftsförderung Bremen nach dem ITB-Messeauftritt eine „mehr als positive Bilanz“ gezogen: über 300 Fachgespräche, neue Kooperationen, hohe Sichtbarkeit. „Und jetzt – fünf Monate später – soll alles plötzlich nutzlos sein?“, fragt Raschen. „Das ist nicht nachvollziehbar. Es zeigt, wie orientierungslos die Wirtschaftspolitik des Senats geworden ist.“
Frau Vogt rechtfertigt den Rückzug mit gestiegenen Standpreisen und verweist darauf, dass Hamburg auch nicht dabei sei. „Das ist schlicht falsch“, so Raschen. „Hamburg ist auf der ITB 2026 präsent, Bremen hingegen nicht. Wer das Gegenteil behauptet, verdreht die Fakten. Die ITB ist die zentrale Plattform der Branche. Während unsere Nachbarn ihre Stärken ins Rampenlicht stellen, versteckt sich Bremen. Für Hoteliers, Gastronomen, Busunternehmer ein Desaster. Wer hier spart, spart am falschen Ende und gefährdet Wertschöpfung und Arbeitsplätze im Land Bremen. Der Senat Bovenschulte macht damit Politik gegen die eigene Wirtschaft.“ Hinzu kommt: Vogt kündigte an, künftig auf einen gemeinsamen Norddeutschland-Stand setzen zu wollen. „Das klingt gut, lässt sich aber bis 2026 nicht auf die Beine zu stellen. Bevor man den eigenen Stand kündigt, muss die Alternative stehen. Alles andere ist verantwortungslos“, so Raschen.
Die CDU-Fraktion fordert die sofortige Rücknahme der Entscheidung.