Jonitz: „Nebenjob im Urlaub? Was wusste Bovenschulte? Senator Feckers UEFA-Job wirft viele Fragen auf“
Am Montag, 22. Juni 2026, berichteten der WESER-KURIER und buten un binnen, dass Finanzsenator Björn Fecker auch während seiner Amtszeit im Senat Bovenschulte als UEFA-Funktionär mit der Aufgabe als Spielbeobachter für den europäischen Fußballverband tätig war. Im Rahmen dieser Aufgabe reiste Fecker zu internationalen Spielen nach Wales, Prag, Charleroi, Newcastle und Albanien inkl. Reisekosten-Übernahme und Aufwandsentschädigungen. Über diese Aufgabe soll der Senat Bovenschulte keinerlei Kenntnisse besessen haben. Fecker hat sie auch sonst nicht öffentlich kommuniziert.
„Wir sind maximal irritiert. Die Berichterstattung wirft doch sehr viele Fragen auf. Ich bin gespannt, wieviel Transparenz der Senat Bovenschulte in diesem Fall noch herstellen wird“, zeigte sich der CDU-Abgeordnete Michael Jonitz, der auch Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss ist, überrascht. „Die bislang gegebenen Erklärungen reichen da nicht aus. Es handelt sich offenbar um eine nichtselbstständige Tätigkeit, für die man ein zu versteuerndes Einkommen erhält und dann ist das eine genehmigungspflichtige Berufstätigkeit nach Artikel 113 Abs. 1 der Landesverfassung. Die Tätigkeit für die UEFA hätte dem Senat angezeigt und vom ihm genehmigt werden müssen. Von dieser Regel gibt es keine Ausnahmen.“
Bei der Aufklärung sieht Jonitz nun Bürgermeister Bovenschulte in der Pflicht: „Es interessiert uns schon, wie der Bürgermeister diese Tätigkeit unter dem Radar einordnet? Der Ansatz, es handele sich um private Tätigkeiten ‚im Urlaub und an Wochenenden‘ greift nicht. Senatsmitglieder sind weder Arbeitnehmer noch Beamte. Sie haben keinen Urlaubsanspruch. Ein Senator ist ein herausgehobener öffentlicher Amtsträger, der grundsätzlich immer im Dienst ist und sein Bundesland vertritt. Björn Fecker ist nicht nur von Montag bis Freitag Senator.“
Jonitz kündigte an, dass die CDU-Fraktion Licht ins Dunkel von Feckers UEFA-Engagement bringen möchte. Wir werden in der Bremischen Bürgerschaft eine Kleine Anfrage zu diesem Themenkomplex stellen, um wichtige Hintergründe zu erfahren, bevor wir uns ein abschließendes Urteil bilden. Fakt ist jedoch schon jetzt, dass Transparenz ganz anders aussieht und Interessenkollisionen nicht ausgeschlossen werden können“, so Jonitz, der sich auch wundert: „Wenn das alles völlig erklärbar ist, dann fragen wir uns schon, warum die Tätigkeit bis jetzt völlig verschwiegen wurde und zuletzt dann doch eingestellt wurde. Wir brauchen Antworten.“