Grönert/Averwerser: „Inklusion darf nicht mit Schulabschluss enden“
„Wir wissen nicht, wo die jungen Menschen bleiben“, fasst Sigrid Grönert, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, das Kernproblem zusammen. In Bremen gibt es bis heute keine verlässlichen Zahlen darüber, wie viele inklusiv beschulte Schülerinnen und Schüler mit Unterstützungsbedarf nach der Schule tatsächlich in einer Ausbildung oder Arbeit ankommen. „Bremen rühmt sich, bundesweit Vorreiter der inklusiven Beschulung zu sein, doch was passiert danach? Der Senat Bovenschulte weiß nicht, wo die Jugendlichen bleiben. Wer Inklusion ernst nimmt, muss sie mit Schulabschluss strategisch fortführen. Doch bislang rutschen viele Kinder mit Schulabschluss wieder in die Exklusion. Das ist ein unhaltbarer Zustand.“
Die CDU-Fraktion hatte deshalb in der Bremischen Bürgerschaft in ihrem Antrag „Wo bleiben inklusiv beschulte Kinder und Jugendliche nach dem Schulabschluss? – Wissen über ihren Verbleib und Maßnahmen zur beruflichen Integration ausbauen!“ (Drs. 21/1017) eine Studie gefordert: Wo bleiben die inklusiv beschulten Kinder nach dem Abschluss? Welche Programme helfen wirklich? Und wie kann der Weg in den Arbeitsmarkt besser gelingen? Die Regierungskoalition von Rot-Rot-Grün hat den Antrag abgelehnt.
„Über den Weg der Bildung sollen junge Menschen befähigt werden, ein eigenständiges Leben zu führen. Doch der Senat weigert sich, die Effekte seiner Maßnahmen zu prüfen. Das ist nicht nur inkonsequent, das ist verantwortungslos“, kritisiert Grönert. „Wer Inklusion wirklich in allen Lebensbereichen umsetzen will, muss sich auch um den Weg nach der Schule kümmern, um die Übergänge in den ersten Arbeitsmarkt, um den Übergang in Werkstätten für behinderte Menschen und um Alternativen wie Berufsbildungswerke, berufsvorbereitende Maßnahmen sowie Qualifizierungs- und Praktikumsprogramme.“
Für die CDU-Fraktion ist klar: Bremen kann und darf sich nicht damit zufriedengeben, dass viele Jugendliche mit Förderbedarf nach der Schule ganz aus dem Blick verschwinden. „Zwar gibt es punktuelle Bemühungen, aber wir brauchen endlich eine verlässliche Datengrundlage, wir brauchen eine Gesamtstrategie und wir brauchen sie dringend“, fordert Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion.