Averwerser: „Neuer Tiefpunkt der Bremer Bildung beschreibt es nicht annähernd, es gehen einem die negativen Superlative aus“

Ergebnisse IQB-Studie 2024: Immer weniger Schüler erreichen Mindeststandards in Mathematik und Naturwissenschaften
Ein Kind schreibt mit Kreide an eine Tafel

Der heute (16.Oktober 2025) veröffentlichte IQB-Bildungstrend 2024, in dem zum dritten Mal das Erreichen der Bildungsstandards der Kultusministerkonferenz (KMK) in den Fächern Mathematik, Biologie, Chemie und Physik in der Sekundarstufe I überprüft wurde, legt es schonungslos offen: Die Bremer Bildungspolitik ist gescheitert, Bremens Schülerinnen und Schüler werden immer weiter abgehängt. 

„Was wir hier sehen, ist kein Ausrutscher, sondern ein Systemversagen“, kommentiert Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, die aktuelle Studie. Demnach erreichen Neuntklässler in Mathematik und in den Naturwissenschaften immer seltener die Mindeststandards. Fast jeder zweite Schüler in Bremen scheitert an den Anforderungen für den Mittleren Schulabschluss. „Neuer Tiefpunkt beschreibt es nicht annähernd. Uns gehen die negativen Superlative aus. Bremen ist nicht nur Schlusslicht, wir verlieren komplett den Anschluss“, so Averwerser.

„Kinder in Bremen starten mit schlechteren Voraussetzungen und das liegt nicht an ihnen, sondern an der Politik.“

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: In Mathematik liegt Bremen mit 436 Punkten im Kompetenzmittelwert weit hinter dem Bundesdurchschnitt von 474, der Abstand zu Hamburg beträgt ganze 46 Punkte, der zu Sachsen sogar 75 Zähler. Zum Vergleich: Der Lernzuwachs eines ganzen Schuljahres entspricht laut IQB etwa 50 Punkte. Mit anderen Worten: Ein Bremer Neuntklässler liegt in Mathe etwa ein Schuljahr hinter einem Hamburger, und fast anderthalb Schuljahre hinter einem Schüler in Sachsen zurück. 

In den Naturwissenschaften sieht es kaum besser aus: In Biologie, Chemie und Physik bildet Bremen ebenfalls das Schlusslicht, teils mit Rückständen von zwei bis drei Schuljahren. „Kinder in Bremen starten mit schlechteren Voraussetzungen und das liegt nicht an ihnen, sondern an der Politik. Seit Jahren werden Programme aufgelegt, Strategiepapiere geschrieben und neue Gremien gegründet. Doch das Ergebnis bleibt dasselbe: Immer mehr Schüler erreichen immer weniger“, kritisiert Averwerser.

Fehlende Sprachkenntnisse als Kernproblem

Ein Grund für die schlechten Ergebnisse liegt laut Averwerser in den geringeren Deutschkenntnissen vieler Schülerinnen und Schüler. „Sprache ist der Schlüssel zu Bildungserfolg, wer den Unterricht sprachlich nicht versteht, kann auch in Mathe und Naturwissenschaften nicht bestehen“, so Averwerser. „Bremen hat mit Abstand den höchsten Anteil an Neuntklässlern mit Zuwanderungshintergrund (61,3%) und liegt damit noch vor Berlin (53,4%; Bundesdurchschnitt 39,9%). Dieser Einfluss lässt sich mit Blick auf die vorliegende IQB-Studie nicht so einfach wegzudiskutieren.“

Gleichzeitig warnt Averwerser davor, die Misere allein auf den Migrationsanteil oder soziale Hintergründe zu schieben: „Der IQB-Bericht ist eindeutig: Der Leistungsabfall zieht sich durch alle Schichten und Herkunftsgruppen. Es ist das Schulsystem, das nicht funktioniert. Wer die Bremer Zahlen liest, kann nicht mehr behaupten, es ginge nur um soziale Schieflagen oder Migration. Bremen verliert die Bildungskompetenz über alle Schüler hinweg, egal, aus welchem Elternhaus sie kommen.“

Mit Blick auf den neuen Bildungssenator Mark Rackles (SPD) sagt Averwerser: „Er hat eine Mammutaufgabe vor sich. Jetzt ist die Zeit zum Handeln, nicht für weitere Ankündigungen. Wir brauchen mehr Sprachförderung, mehr Unterrichtszeit, klare Leistungsstandards und echte Unterstützung für unsere Lehrkräfte. Bremen darf sich nicht länger mit dem letzten Platz abfinden, so verlieren wir sonst eine ganze Schülergeneration.“

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