Averwerser: „Digitalisierung ersetzt keine gute Pädagogik – Digitale Sicherheit darf nicht vom Zufall abhängen“

Schul-iPads: CDU fordert klare Schutz- und Qualitätskriterien
Eine Lehrerin geht durch ein Klassenzimmer

Zur Berichterstattung von Radio Bremen über die mögliche Nutzung schulischer iPads für soziale Medien, Videoplattformen, Streamingseiten und browserbasierte Spiele erklärt die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen, Yvonne Averwerser MdBB: „Der Bericht bestätigt unsere Einschätzung: Beim Einsatz schulischer iPads besteht weiterhin erheblicher Nachholbedarf, obwohl nun bereits fünf Jahre Erfahrungen mit den Tablets vorliegen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck. Sie erschöpft sich beileibe nicht darin, allen Schülerinnen und Schülern ein mobiles Endgerät auszuhändigen. Entscheidend ist, ob diese Geräte altersgerecht, pädagogisch sinnvoll, technisch abgesichert und didaktisch verantwortbar im Unterricht der Schulen in Bremen und Bremerhaven zum Einsatz kommen. So machen wir uns dafür stark, iPads erst ab Klasse 3 zu nutzen. Fakt ist: Wer sich rühmt, die Digitalisierung voranzutreiben, muss die Schulen auch bei den Folgeprozessen besser begleiten und darf sie nicht allein lassen.“

Nach Auffassung der CDU-Fraktion zeigt die aktuelle Berichterstattung, dass der Senat die praktische Nutzung der Geräte stärker in den Blick nehmen muss. Es gehe nicht allein um die Frage, welche Apps auf den Geräten freigegeben sind. Wenn problematische Inhalte über den Browser erreichbar sind, hilft eine App-Whitelist bei diesem konkreten Problem nur begrenzt weiter.

Averwerser weiter: „Senator Rackles ist hier politisch verantwortlich. Er muss darlegen, welche Schutzvorkehrungen tatsächlich greifen, welche Umgehungsmöglichkeiten bekannt sind und wie Schulen, Lehrkräfte und Eltern unterstützt werden. Allgemeine Hinweise auf pädagogische Zielsetzungen reichen nicht aus, wenn in der schulischen Praxis offenkundig Steuerungs- und Schutzfragen ungeklärt bleiben. So gibt es immer noch keine Lösungen für die Fragen der Sicherung von Inhalten.“

„Unser Ziel ist nicht weniger digitale Bildung, sondern bessere digitale Bildung“

Besonders in Grundschulen und unteren Jahrgangsstufen müsse der Einsatz digitaler Endgeräte kritisch hinterfragt und wohl dosiert erfolgen. Gute Pädagogik und Didaktik könnten durch Technik unterstützt, aber nicht ersetzt werden. Im Mittelpunkt müsse stets der pädagogische Mehrwert stehen – nicht die bloße Verfügbarkeit eines Geräts.

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat das Thema bereits zum Gegenstand der Fragestunde des Landtags am Donnerstag, 27. August 2026, gemacht. Dabei soll der Senat unter anderem Auskunft darüber geben, welche Kenntnisse er über die Nutzung schulischer iPads für soziale Medien, Videoplattformen und vergleichbare Angebote hat und welche technischen sowie organisatorischen Maßnahmen zum Schutz der Schülerinnen und Schüler bestehen.

Mit Blick auf den angekündigten Digitalpakt II fordert die CDU-Bürgerschaftsfraktion, künftige Mittel nicht nur an Ausstattung und Infrastruktur zu knüpfen, sondern auch an verbindliche Qualitäts-, Schutz- und Evaluationskriterien. Dazu gehören alters- und schulartspezifische Nutzungskonzepte, wirksame Filter- und Sperrmechanismen, transparente Meldewege für Eltern sowie eine regelmäßige Überprüfung der tatsächlichen Nutzungspraxis.

„Unser Ziel ist nicht weniger digitale Bildung, sondern bessere digitale Bildung“, so Averwerser abschließend. „Kinder und Jugendliche müssen digitale Kompetenzen erwerben können. Der Staat darf sie dabei aber nicht mit Risiken, Ablenkungen und unklaren Zuständigkeiten alleinlassen. Digitale Sicherheit darf nicht vom Zufall abhängen. Sollten nach der Fragestunde wesentliche Fragen offenbleiben, werden wir die Sachlage erneut zum Gegenstand der Beratungen in der Deputation für Kinder und Bildung machen.“

Letzte News

Alle News

„Das ist eine schallende Ohrfeige für die unbekümmerte Verschuldungspolitik des Senats Bovenschulte“, erklärt Jens Eckhoff, haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen.

„Wenn Bildungssenator Mark Rackles eine verbesserte Personalsituation an den Schulen verkündet, gleichzeitig aber weiter Engpässe in Bremen-Nord einräumen muss, können wir uns mit dieser Bilanz nicht zufriedengeben“, erklärt Bettina Hornhues, Bremen-Norder Abgeordnete der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Mitglied der städtischen Bildungsdeputation.