Ahrens: „Das Kita-System arbeitet dauerhaft am Limit“

Nach Brandbrief von Elternvertretungen
Sandra Ahrens

Der Brandbrief von Elternvertretungen aus 22 Einrichtungen von Kita Bremen macht für die CDU-Bürgerschaftsfraktion unmissverständlich deutlich: Verkürzte Betreuungszeiten, Notdienste und Ausfälle sind längst strukturelle Realität, nicht die Ausnahme.

„Das Kita-System arbeitet dauerhaft am Limit – und das ist kein Zufall, sondern Folge politischer Fehlsteuerung“, erklärt Sandra Ahrens, kinderpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Wer weiterhin nur eine seit Jahrzehnten veraltete Vertretungsreserve von zehn Prozent finanziert, obwohl durchschnittlich 49 Krankheitstage pro Fachkraft anfallen, organisiert Betreuungsausfälle systematisch mit.“

Neben der unzureichenden Vertretungsreserve kritisiert die CDU auch die strukturelle Unterfinanzierung im Elementar- und Krippenbereich sowie im Bereich der Inklusion. „Wer beispielsweise zwei Vollzeitstellen mit je 38,5 Stunden finanziert, aber 40 Stunden Öffnungszeit absichern will, plant Betreuungslücken von vornherein ein“, so Ahrens. „Diese Lücken spüren Eltern, Kinder und Fachkräfte jeden Tag.“

Für die CDU ist klar: Das System braucht eine grundlegende finanzielle Neuaufstellung. Notdienste und verkürzte Öffnungszeiten dürften nicht länger Dauerzustand sein. „Wir setzen uns seit Jahren für eine auskömmliche Entgeltfinanzierung und realistische Personalschlüssel ein“, betont Ahrens.

Gleichzeitig sieht die CDU kurzfristige Handlungsmöglichkeiten. Die vermuteten sinkenden Kinderzahlen und der geplante Rückbau von Container-Kitas eröffneten Spielräume. „Diese demografische Entwicklung darf nicht zu Personalabbau führen. Im Gegenteil: Sie muss genutzt werden, um endlich mehr Verlässlichkeit und Qualität zu schaffen“, so Ahrens. „Wer jetzt Personal abbaut, verschärft den Fachkräftemangel weiter – zumal die Verbleibstudie zeigt, dass aus dem Beruf Ausgeschiedene kaum zurückkehren.“

Die CDU-Fraktion fordert daher eine sofortige Anhebung der Vertretungsreserven, eine realistische Personalfinanzierung in Krippe und Elementarbereich sowie keinen Personalabbau trotz sinkender Kinderzahlen.

„Eltern brauchen Verlässlichkeit. Fachkräfte brauchen tragfähige Arbeitsbedingungen. Und Kinder haben Anspruch auf gute frühkindliche Bildung – nicht auf ein System im Dauer-Notbetrieb“, so Ahrens abschließend.

Letzte News

Alle News

Die rot-rot-grüne Koalition hat am Donnerstag (24. September) den CDU-Gesetzentwurf zur Abschaffung der Zivilklausel im Bremischen Hochschulgesetz abgelehnt. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hatte bereits mehrfach parlamentarische Initiativen zur Abschaffung eingebracht.

„Täglich grüßt das Murmeltier: Schon wieder muss der Senat Bovenschulte seinen eigenen Haushalt korrigieren“, erklärt Jens Eckhoff, haushalts- und finanzpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion, anlässlich der Debatte über den Nachtragshaushalt 2026/2027.