Gröninger: „Senat setzt mit Passivität Bremens Zukunft als Raumfahrt- und Industriestandort aufs Spiel“

Mögliche OHB-Erweiterung außerhalb Bremens
Eine Rakete startet in Richtung All

„Was wir hier erleben, ist ein wirtschaftspolitisches Armutszeugnis mit Ansage. Bürgermeister Bovenschulte lässt keine Gelegenheit aus, sich mit den Erfolgen von OHB zu schmücken – bei jedem Satellitenstart, bei jedem Ministerbesuch, bei jeder Sonntagsrede über den Raumfahrtstandort Bremen steht er in der ersten Reihe. Aber wenn es darauf ankommt, dass diese Erfolgsgeschichte auch in Bremen weitergeschrieben wird, tut dieser Senat ganz offensichtlich: nichts. Wer sich mit fremden Federn schmückt, muss sich nicht wundern, wenn der Vogel eines Tages davonfliegt“, erklärt Theresa Gröninger, wirtschaftspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen.

Hintergrund sind Medienberichte, wonach der Raumfahrtkonzern OHB neue Produktionskapazitäten plant und dabei neben Bremen auch Sachsen als Standort in Betracht zieht. „Wenn Baugenehmigungen erst eine Woche vor dem geplanten Baustart erteilt werden und dringend benötigte Erweiterungsflächen wie die Horner Spitze aus ideologischen Gründen blockiert werden, darf sich niemand über abwandernde Investitionen wundern“, so Gröninger. „Die SPD hat sich beim Aus für die Horner Spitze von den Grünen am Nasenring durch die Manege ziehen lassen – entgegen dem eigenen Koalitionsvertrag. Wir werden die Erschließung dieser Fläche als CDU nach der Bürgerschaftswahl wieder vorantreiben.“

Gröninger: „Eine Landesregierung wartet nicht darauf, dass Unternehmen irgendwann mit Wünschen auf sie zukommen. Sie muss sich selbst kontinuierlich um ihre Schlüsselunternehmen bemühen. Während Sachsen OHB in seine Raumfahrtstrategie einbettet, den roten Teppich ausrollt und Genehmigungen im Rekordtempo zusagt, hat der Bremer Senat offenbar geschlafen. Gleichzeitig erwarte ich nach den linksextremen Anschlägen auf die OHB-Zentrale eine unmissverständliche Solidarisierung des Senats mit dem Unternehmen und seinen Beschäftigten. Wer Raumfahrt- und Sicherheitstechnologie in Bremen halten will, muss klarmachen, dass Angriffe auf unsere Industrie in dieser Stadt keinen Platz haben.“

Die CDU-Fraktion fordert verbindliche Erweiterungsflächen im Technologiepark, Genehmigungen im Turbo-Modus nach sächsischem Vorbild, eine Fachkräfteoffensive für den Raumfahrtstandort sowie die Wiederherstellung der Anbindung Bremens an das Luftverkehrsdrehkreuz Frankfurt. „Mehr als 370 Unternehmen aus der Region kämpfen für diese Verbindung – der Bürgermeister dagegen bleibt auch hier viel zu passiv“, kritisiert Gröninger.

Ihr Fazit: „Mit dieser rot-rot-grünen Regierung werden wir weitere Chancen verpassen. OHB ist in Bremen gegründet worden, in Bremen groß geworden und gehört nach Bremen. Jetzt muss der Senat endlich liefern, statt weiter nur zuzusehen, wie sich das Unternehmen umorientiert.“

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Die Abschiebeoffensive des Senats bleibt bislang vor allem eine Ankündigung: Die Zahl der Abschiebungen stagniert, während gleichzeitig immer mehr Menschen in Bremen ausreisepflichtig sind. Bis zum 30. Juni 2026 wurden 56 Abschiebungen erfolgreich durchgeführt, 72 scheiterten. Im gesamten Jahr 2025 waren es 111 erfolgreiche Abschiebungen.

Am Freitag (11. September) werden die Petenten der Petition zur Auflösung des Szenetreffs „An der Piepe“ im Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft angehört. Mehr als 2.000 Menschen haben die Petition unterstützt. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert, ihre Anliegen ernst zu nehmen und insbesondere die Zukunft des heutigen Standorts ergebnisoffen zu prüfen.