Jonitz/Bodeit: „Die öffentliche Hand ist nicht der bessere Unternehmer“

Bremer Linke wollen Rekommunalisierung von Hansewasser
Wasser fließt in eine Toilette

Zum Vorstoß der Bremer Linken, die Abwasserentsorgung wieder in städtische Hände zu legen und das Unternehmen Hansewasser zu rekommunalisieren, erklärt Michael Jonitz, Mitglied im Controlling-Ausschuss und im Betriebsausschuss des Umweltbetriebs Bremen (UBB): „Die Rechnung der Linken, dass dies für Bremen ein besseres Geschäft sei, geht nicht auf. Bestes Beispiel ist die Bremer Stadtreinigung (DBS), wo sich gezeigt hat, dass die öffentliche Hand eben nicht der bessere Unternehmer ist. Statt niedrigeren Gebühren müssten sich die Bremerinnen und Bremer auf eine Erhöhung sowie weniger Service einstellen.“

Jonitz kritisiert vor allem den Gedankengang hinter der möglichen Rekommunalisierung: „Der Rückkauf der Hansewasser würde einen dreistelligen Millionenbetrag kosten. Geld, das Bremen nicht hat. Entsprechend würde hierfür ein großer Kredit nötig werden, dessen Rückzahlung dann über die Abwassergebühren finanziert werden soll. Das ist keine seriöse Kalkulation – da fällt mir nur das Wort ‚Heuschrecke‘ ein, denn so arbeiten auch Hedgefonds.“

Für Hartmut Bodeit, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion und ebenfalls Mitglied im Betriebsausschuss des UBB, steht eine zuverlässige Abwasserentsorgung in Bremen im Mittelpunkt. „Hansewasser macht doch im Prinzip alles richtig, wie auch die Linken selbst bestätigen. Wir haben heute eines der besten großstädtischen Kanalnetze in Deutschland, warum sollten wir daran rütteln? Das Unternehmen greift auf etablierte und effiziente Strukturen zurück. Eine Rekommunalisierung bringt diese Versorgungssicherheit unnötig in Gefahr.“

Bodeit erklärt abschließend: „Natürlich müssen die aktuellen Verträge im Sinne der Verbraucher nachverhandelt werden. Ich bin aber überzeugt, dass wir hier eine gute Lösung erzielen können.“

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