CDU-Fraktion legt Kernpunkte für Bremens Bildungspolitik vor
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen nimmt die Erkenntnisse aus der Evaluation des Bremer Schulkonsenses ernst und hat daraus ihre Kernpunkte für die Bildungspolitik der kommenden Jahre entwickelt. Unter dem Titel „Schulfrieden sichern – Qualität liefern“ benennt die Fraktion klare Bedingungen und Forderungen für die weitere Schulentwicklung in Bremen und Bremerhaven.
„Die Evaluation zeigt: Wir brauchen keine neuen Strukturdebatten, sondern endlich bessere Bildungsqualität“, erklärt Dr. Wiebke Winter, Vorsitzende der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Nicht der Schulkonsens ist gescheitert, sondern der Senat Bovenschulte an der Umsetzung der gemeinsam vereinbarten Ziele. Am Ende zählt, was bei unseren Kindern ankommt. Gute Bildung entscheidet über Zukunftsperspektiven – und jedes Kind muss unabhängig von seiner Herkunft die Chance bekommen, sein Potenzial zu entfalten.“
Zu den zentralen Forderungen der CDU-Fraktion gehören unter anderem:
- Zweigliedriges Schulsystem sichern: Oberschulen und Gymnasien bleiben die beiden Säulen des Bremer Schulsystems. Schulkapazitäten müssen sich stärker an der tatsächlichen Nachfrage orientieren – ausdrücklich auch durch Erweiterung und Neugründung von Gymnasien.
- Keine neuen Schulexperimente: Langformschulen oder andere Schritte in Richtung Einheitsschule wird es mit der CDU nicht geben.
- Sprache und Basiskompetenzen stärken: Deutsch bleibt Unterrichts- und Prüfungssprache. Kinder mit Sprachförderbedarf sollen vor der Einschulung ein verbindliches Basiskompetenzjahr absolvieren. Gleichzeitig müssen Deutsch und Mathematik stärker ins Zentrum des Unterrichts rücken.
- Unterrichtsqualität datenbasiert verbessern: Lernstandsdaten müssen nach Hamburger Vorbild systematisch erhoben und in konkrete Förderempfehlungen und Maßnahmen für die einzelnen Schulen übersetzt werden.
- Verbindlichkeit statt Ankündigungen: Klare Zeitpläne für die 105-prozentige Personalausstattung, aktualisierte Zuweisungsrichtlinien und schnelleren Schulbau – verbunden mit einem jährlichen Bericht über die Umsetzung.
- Schule zukunftsfest machen: Verbindliche Regeln für den Einsatz Künstlicher Intelligenz, eine Stärkung von Gesundheitsvorsorge und Schulsozialarbeit sowie bessere Bedingungen für Inklusion und berufliche Bildung.
Für Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, liegt der entscheidende Schwerpunkt auf dem Unterricht: „Wir müssen wieder stärker darauf schauen, was Kinder tatsächlich lernen und können. Basiskompetenzen sind die Voraussetzung für jeden weiteren Bildungserfolg. Dazu gehört für uns auch: Deutsch muss grundsätzlich Unterrichts- und Prüfungssprache bleiben. Sprachförderung muss früher beginnen, erfolgreiche Programme müssen flächendeckend eingesetzt und Qualitätsdaten endlich konsequent für besseren Unterricht genutzt werden.“
Zugleich setzt die CDU auf Stabilität im Schulsystem. „Das Gutachten stellt die Zweigliedrigkeit aus Oberschule und Gymnasium nicht infrage. Auch für uns ist klar: Unsere Schulen brauchen Verlässlichkeit statt neuer ideologischer Strukturexperimente“, betont Dr. Winter.
Das CDU-Papier umfasst insgesamt 13 Punkte für die weitere Schulentwicklung. Nach der Befassung der Bildungsdeputation am 1. September will die CDU auf dieser Grundlage die Diskussion in der politischen Mitte über die Zeit nach 2028 führen.