Bremen ohne Landesförderung für private E-Ladepunkte

Bodeit: Regierung zu langsam beim Ausbau von E-Ladepunkten

Auto an E-Ladestation

Bremen hinkt beim Ausbau öffentlich zugänglicher Ladepunkte für E-Fahrzeuge deutlich hinterher. Neueste Zahlen der Bundesnetzagentur vom Juni sehen das Bundesland beim Ausbau frei zugänglicher Schnellladepunkte auf dem drittletzten Platz unter den Bundesländern. Hartmut Bodeit, verkehrspolitischer Sprecher, zeigt sich enttäuscht: „Selbst Flächenländer wie Thüringen haben doppelt so viele Schnellladepunkte wie Bremen. Dabei erreicht man mit einem Ladepunkt in Ballungsräumen wesentlich mehr Nutzer als beispielweise in dünn besiedelten Regionen abseits von Erfurt. Das allein zeigt schon, wie schlecht die Arbeit unserer rot-grün-roten Regierung in Bremen bei der Mobilitätswende ist. Hinzu kommt, dass der Senat auch beim Ausbau privater Ladestrukturen wenig Engagement zeigt. Das Förderprogramm des Bundes ist schon seit mehreren Monaten ausgelaufen. Statt übergangsweise ein Landesprogramm für hohes Tempo beim Ausbau aufzulegen, wartet die rot-grün-rote Regierung auf den Bund. So schaffen wir keine Anreize für mehr Klimaschutz und den Umstieg auf umweltfreundliche Mobilität.“

Nach den Juni-Zahlen der Bundesnetzagentur teilen sich beim bundesdeutschen Spitzenreiter Thüringen rechnerisch 6.469 Einwohner einen öffentlich zugänglichen Schnellladepunkt, in Bremen 13.009. Schlechter als der Zweistädtestaat stehen nur Berlin und das Saarland da. Im Stadtstaat Hamburg muss ein Schnellladepunkt statistisch nur 9.224 Menschen versorgen, also deutlich weniger als das städtebaulich vergleichbare Bremen. Auf Anfrage der CDU-Bürgerschaftsfraktion am 7. Juli im Landtag führte Staatsrätin Gabriele Nießen aus, der Senat erachte sowohl den Ausbau der öffentlichen als auch der privaten Ladeinfrastruktur für gleich bedeutsam. Auf weitere Nachfrage, ob der Senat zur Überbrückung einer derzeit fehlenden Bundesförderung kurzfristig ein Landesprogramm für private Ladepunkte auflegen werde, räumte die Staatsrätin indirekt ein, dass derzeit kein konkreter Plan dazu im Senat vorliege. Bodeit weiter: „Es reicht überhaupt nicht aus, ständig das Hohelied der Mobilitätswende zu singen, dann aber keine konkrete finanzielle Strategie vorzulegen. Kein Wunder, dass Bremen hier so schlecht aufgestellt ist. Bremen und Bremerhaven müssen deutlich attraktiver werden für Menschen, die sich ein E-Fahrzeug zulegen möchten. Auch sollten wir nicht übersehen, dass dies auch ein wichtiger Faktor für Touristen und Berufspendler ist.“

Quellen: Bundesnetzagentur https://t1p.de/xeqt0 sowie Statistisches Bundesamt https://t1p.de/7oj3c als Basis für eigene Berechnungen der Pro-Kopf-Zahlen.
 

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