Bodeit: „Höhere Müllgebühren, weniger Service – das passt einfach nicht zusammen“
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen sieht sich durch die aktuelle Situation an den Recyclinghöfen erneut in ihrer Kritik an den Folgen der Rekommunalisierung der Abfallwirtschaft bestätigt. „Die Bremerinnen und Bremer zahlen immer höhere Müllgebühren – und bekommen gleichzeitig immer weniger Service. Das passt einfach nicht zusammen“, erklärt Hartmut Bodeit, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Es ist inzwischen jedes Jahr das gleiche Bild: Kaum beginnt im Frühjahr die Gartensaison, kommt es am Wochenende zu massiven Engpässen, geschlossenen Stationen und langen Wartezeiten.“
Besonders unverständlich ist für die CDU-Fraktion, dass auf diese absehbare Situation nicht reagiert wird. „Wenn der Andrang am Samstag traditionell am größten ist, dann muss man dort auch gezielt mehr Personal und Kapazitäten einsetzen – notfalls zulasten der Wochentage“, so Bodeit. „Stattdessen stehen die Menschen vor verschlossenen Toren oder müssen quer durch die Stadt fahren, um ihren Müll überhaupt loszuwerden.“
Die Folgen seien bereits jetzt deutlich spürbar. „Wer 30 oder 40 Kilometer fahren muss, um Grünschnitt abzugeben, verliert irgendwann die Motivation – und genau das ist Gift für eine funktionierende Abfallwirtschaft“, warnt Bodeit. „Wir haben schon lange ein Problem mit illegalen Müllablagerungen, wie uns aus den Stadtteilen regelmäßig berichtet wird. Diese Entwicklung wird durch die aktuelle Situation weiter befeuert.“
Für die CDU-Fraktion ist klar: „Wir haben immer darauf verwiesen, dass die öffentliche Hand nicht unbedingt der bessere Unternehmer ist. Die Ziele der Rekommunalisierung der Abfallwirtschaft – eine sauberere Stadt sowie stabile Gebühren – sind nicht erreicht worden. Wir brauchen endlich eine verlässliche, bürgernahe Recyclinginfrastruktur, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert“, betont Bodeit. „Die Menschen erwarten zu Recht, dass sie ihren Müll unkompliziert und wohnortnah entsorgen können – gerade wenn sie dafür immer tiefer in die Tasche greifen müssen.“