Bodeit: „1227 Meldungen sind noch kein Beleg für eine erfolgreiche Rattenpolitik“
„Die neue Rattenverordnung hat das Melden von Rattenvorkommen einfacher gemacht. Ein zentraler Meldeweg allein löst das Problem aber noch nicht“, erklärt Hartmut Bodeit, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „1.227 Hinweise innerhalb von acht Monaten zeigen, wie groß der Handlungsdruck in Bremen ist. Sie sind jedoch noch kein Beleg für eine erfolgreiche Rattenpolitik des Senats Bovenschulte.“
Zwischen Oktober 2025 und Mai 2026 wurden in der Stadt Bremen 1.227 Rattenvorkommen gemeldet, die meisten in der Neustadt (128) und in Gröpelingen (126). Mehr als 1000 Hinweise gingen über das Online-Formular ein. „Die Zahlen dürfen nicht mit dem tatsächlichen Rattenbefall in den einzelnen Stadtteilen verwechselt werden“, warnt Bodeit. „Sie bilden in erster Linie das Meldeverhalten der Bevölkerung ab. Dass für bekannte Problembereiche wie die Schlachte, den Sielwall oder den Ostertorsteinweg bislang keine einzige Meldung vorliegt, während Schädlingsbekämpfer dort sehr wohl Rattenvorkommen feststellen, macht die Lücken im Meldesystem deutlich.“
Die CDU-Fraktion fordert seit Langem ein systematisches Rattenmonitoring für Bremen. „Die zentrale Erfassung ist ein erster Schritt. Jetzt müssen die Daten konsequent ausgewertet und in konkrete Maßnahmen übersetzt werden“, erklärt Bodeit. „Wir brauchen ein belastbares Lagebild, eine gezielte Bekämpfung erkannter Schwerpunkte und regelmäßige öffentliche Berichte über die Entwicklung.“
„Ratten können zahlreiche Infektionskrankheiten übertragen und gehören deshalb nicht nur unter dem Gesichtspunkt der Sauberkeit, sondern auch des Gesundheitsschutzes konsequent bekämpft. Der Senat darf sich nicht mit steigenden Meldezahlen zufriedengeben. Entscheidend ist, ob der Befall tatsächlich zurückgeht und Bremen dauerhaft sauberer und lebenswerter wird“, so Bodeit abschließend.