Bensch: „Zögerliche Aufklärung von Senatorin Bernhard zerstört weiteres Vertrauen“

Falsche Brustkrebs-Befunde: CDU-Fraktion reicht umfangreiche Berichtsbitte ein
Ein Team im OP-Saal

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen kritisiert das zögerliche Vorgehen bei der Aufklärung der folgenschweren Fehldiagnosen von Brustkrebs-Patientinnen am Klinikum Bremen Mitte (KBM). Trotz der Schwere des Vorgangs werden zentrale Informationen nur scheibchenweise öffentlich – während sich Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard zugleich als konsequente Aufklärerin präsentiert. „Dieses Verhalten ist widersprüchlich und wenig förderlich“, erklärt Rainer Bensch, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. „Nur vollständige Transparenz kann Vertrauen zurückgewinnen. Das bisherige Vorgehen bewirkt jedoch das Gegenteil.“

Die Zweifel an der Führungs- und Kontrollfähigkeit der Gesundheit Nord (GeNo) verschärfen sich weiter durch die jüngsten Entwicklungen: Das St. Joseph-Stift hat Konsequenzen gezogen und lässt Brustkrebs-Befundungen künftig nicht mehr durch die Pathologie am Klinikum Mitte durchführen. „Wenn selbst enge Kooperationspartner diesen Schritt gehen, ist das ein deutliches Misstrauensvotum“, so Bensch.

Besonders alarmierend ist die Personalsituation in der Pathologie. Nach einem aktuellen Medienbericht stehen dem Institut lediglich noch 2,4 eigene Fachärzte zur Verfügung; erneut hat ein Arzt die Pathologie verlassen. „Bei stabilem Fallaufkommen kann eine derart ausgedünnte Personalstruktur nicht funktionieren. Wie unter diesen Bedingungen ein verlässlicher Ablauf und gleichbleibende Qualität sichergestellt werden sollen, bleibt unbeantwortet“, betont Bensch. Dass inzwischen externe Institute einspringen müssen, sei ein „Offenbarungseid“.

Vor diesem Hintergrund hat die CDU-Bürgerschaftsfraktion eine umfassende Berichtsbitte mit 57 Fragen eingereicht. „Wir erwarten endlich vollständige Aufklärung – zu Personalentscheidungen, Arbeitsprozessen, Qualitätssicherung und zur Rolle von Geschäftsführung und Aufsichtsrat“, erklärt Bensch abschließend. „Ob die GeNo-Führung und die politische Aufsicht in der Lage sind, das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen, bezweifeln wir jedoch sehr.“

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