Averwerser: „Senat Bovenschulte muss Hinhaltetaktik beenden und Unterrichtsversorgung sicherstellen“
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen sieht sich durch die aktuellen Berichte über rund 200 fehlende Lehrkräfte zum kommenden Schuljahr in ihrer langjährigen Kritik bestätigt. Dazu erklärt Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion:
„Wir haben es immer wieder gesagt: Wer nur auf dem Papier rechnet, schönt die Wahrheit. Schulen, die formal als gut versorgt galten, standen in der schulischen Realität durch Abordnungen, Elternzeiten, Langzeiterkrankungen oder andere Vertretungsanlässe oft deutlich schlechter da.“
Besonders kritisch bewertet die CDU-Fraktion, dass diese strukturelle Schieflage erst jetzt öffentlich eingeräumt wird. „Dass die Bildungsbehörde über Jahre keinen vollständigen Überblick über die tatsächliche Unterrichtsversorgung hatte oder diesen zumindest nicht transparent gemacht hat, wirft kein gutes Licht auf die internen Strukturen. Es brauchte offenbar erst einen Senatorenwechsel, damit offen ausgesprochen wird, was viele Schulen seit Jahren erleben. Diese Hinhaltetaktik mit geschönten oder unvollständigen Zahlen muss endlich beendet werden“, so Averwerser.
Für die CDU-Fraktion ist klar: „Es ist nicht hinnehmbar, dass Bremen einerseits hunderte zusätzliche Lehrkräfte benötigt und andererseits gut ausgebildete Referendarinnen und Referendare nach ihrem Abschluss keine verlässliche Übernahmeperspektive haben. Die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung ist eine Aufgabe des gesamten Senats. Der Finanzsenator darf sich hier nicht länger wegducken.“
Die CDU-Fraktion fordert deshalb eine regelmäßige und vollständige Offenlegung der tatsächlichen Unterrichtsversorgung im Soll-Ist-Vergleich sowie ein abgestimmtes Maßnahmenpaket zur nachhaltigen Sicherung der Bildungsqualität. „Unsere Schülerinnen und Schüler dürfen nicht länger die Leidtragenden einer verfehlten Personalplanung sein“, so Averwerser.
Die CDU-Fraktion hat für die kommende Sitzung der Stadtbürgerschaft eine Aktuelle Stunde mit dem Titel „Schönrechnen statt Schulversorgung – Senat Bovenschulte muss Lehrerbedarf endlich ehrlich berechnen!“ eingereicht. Sie möchte debattieren, wie der Senat Bovenschulte kurzfristig eine verlässliche Unterrichtsversorgung sicherstellen will und welche Konsequenzen er aus dem strukturellen Defizit zieht.