Averwerser: „Kinder mit besonderem Förderbedarf dürfen nicht erneut zu den Leidtragenden werden“
Die erneuten Einschränkungen des Schulbetriebs an der Paul-Goldschmidt-Schule stoßen bei der CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen auf Kritik. „Dass Kinder mit schweren körperlichen Beeinträchtigungen erneut regelmäßig Unterrichtstage verlieren, ist nicht hinnehmbar“, erklärt Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Die Probleme an der Paul-Goldschmidt-Schule sind seit Jahren bekannt – trotzdem gelingt es dem Senat nicht, dauerhaft für eine stabile Unterrichts- und Betreuungssituation zu sorgen.“
Bereits 2023 musste die Schule aufgrund von Personalmangel auf eine Vier-Tage-Woche umstellen. Damals räumte der Senat selbst ein, dass unbesetzte Stellen bei Assistenzkräften ursächlich für den eingeschränkten Unterrichtsbetrieb waren. „Seitdem hören wir immer wieder Ankündigungen – doch die Realität zeigt, dass der Senat seinem eigenen Anspruch nicht gerecht wird“, so Averwerser.
Die Paul-Goldschmidt-Schule ist das einzige verbliebene Spezialförderzentrum in Bremen für Kinder mit schweren bzw. mehrfachen motorischen und geistigen Beeinträchtigungen. Viele Schülerinnen und Schüler kommen aus dem gesamten Stadtgebiet, weil andere Schulen ihren besonderen Förderbedarf nicht bewältigen können. „Gerade hier müssen Unterricht und Betreuung verlässlich sichergestellt werden“, betont Averwerser.
„Der Senat muss sich ehrlich machen und darf nicht länger nach Ausreden suchen“, so Averwerser. Man rühme sich stets mit der bundesweiten Vorreiterrolle bei der inklusiven Beschulung. In der schulischen Realität zeige sich aber leider viel zu oft, dass Wunsch und Wirklichkeit hierbei meilenweit auseinanderklaffen. „Bildung muss für alle Kinder da sein – auch und gerade für diejenigen mit dem größten Unterstützungsbedarf. Chancen und Teilhabe von Kindern dürfen nicht von Personallücken abhängen. Der Senat steht in der Verantwortung, Unterricht und Betreuung an der Paul-Goldschmidt-Schule dauerhaft sicherzustellen.“