Averwerser: „Gewalt darf nicht zur Normalität werden – wir brauchen ein ehrliches Lagebild“
Die CDU-Bürgerschaftsfraktion Bremen sieht sich durch die aktuelle Berichterstattung zur Gewalt gegen Lehrkräfte bestätigt. „Wir haben schon länger Hinweise aus den Schulen, dass Gewalt ein deutlich größeres Problem ist, als es die offiziellen Zahlen der Bildungsbehörde widerspiegeln“, erklärt Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. „Nicht umsonst fragen wir mit parlamentarischen Initiativen wie unserer Anfrage ‚Schulische Gewalt im Land Bremen – Trendanalyse und aktueller Handlungsstand‘ (Drs. 21/1586, s. Anhang) regelmäßig nach, weil uns die Relevanz des Themas seit Jahren bewusst ist.“ Der aktuelle Bericht zeige deutlich, dass es ein erhebliches Dunkelfeld gebe. „Wenn Lehrkräfte und Personalräte berichten, dass viele Vorfälle gar nicht gemeldet werden, ist klar: Die offiziellen Zahlen greifen zu kurz.“
Besonders kritisch sieht die CDU-Fraktion den Umgang mit alltäglicher Gewalt. „Gewalt beginnt nicht erst mit schweren körperlichen Angriffen, sondern viel früher – bei Beleidigungen, Bedrohungen, Spucken oder körperlichen Grenzüberschreitungen“, so Averwerser. „Es darf nicht sein, dass sich hier eine gewisse Akzeptanz eingeschlichen hat, weil die Belastung vor Ort so hoch ist. Dass solche Vorfälle teilweise als normaler Schulalltag hingenommen werden, ist ein alarmierendes Signal.“
Die CDU-Fraktion fordert daher einen aktiveren und konsequenteren Umgang mit dem Thema. „Wir brauchen niedrigschwellige und verlässliche Meldeketten sowie mehr Sensibilität für das Thema“, betont Averwerser. Erdulden und Aushalten dürften nicht länger die Antwort sein. „Wir müssen Lehrkräfte schützen – und gleichzeitig eine klare Haltung vermitteln, damit sich die Kinder kein falsches Verhalten zum Vorbild nehmen.“
Für die CDU-Fraktion steht fest: Am Anfang steht eine ehrliche Bestandsaufnahme. „Nur wenn wir ein realistisches Lagebild haben, können wir gezielt gegensteuern und wirksame Maßnahmen entwickeln. Wegschauen hilft niemandem – am wenigsten den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern“, sagt Averwerser abschließend.