Maßnahmen zur Sicherung der Unterrichtsversorgung fehlen
Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin

Bildungssenatorin Sascha Aulepp scheint die Lehrkräfteversorgung zum Schuljahr 2023/24 nicht sicherstellen zu können. Das ergibt sich aus einer aktuellen Mail ihrer Behörde an die Bremischen Schulen, in der die SPD-Politikerin um freiwillige Mehrarbeit bittet. Yvonne Averwerser, bildungspolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion, kritisiert das verspätete Handeln: „Wer die vorhandenen Lehrkräfte so wenige Tage vor dem Schulstart um Zusatzarbeit bitten muss, der hat seine Hausaufgaben bei der Ausbildung und Anwerbung des Fachpersonals über Jahre nicht sauber erledigt. Dabei hätte man doch eigentlich davon ausgehen müssen, dass die konkreten Einstellungsbedarfe für den Bremer Schuldienst und die hiermit verbundenen Herausforderungen im Ressort der Bildungssenatorin hinlänglich bekannt sind. Nicht nur bei mir, sondern auch bei vielen Schulleitungen, Kollegien und sicherlich auch bei Eltern von schulpflichtigen Kindern stellt sich mittlerweile regelmäßig kurz vor Ende der Sommerferien und mit Blick auf den bevorstehenden Start ins neue Schuljahr ein ungutes Gefühl ein. Überall hört man, dass noch Lehrerstellen unbesetzt sind. Der Schulbeginn gerät in Bremen leider wieder vielerorts zum behördlich organisierten Fehlstart.“

Die Kultusministerkonferenz (KMK) hatte im Frühjahr Empfehlungen herausgegeben, wie dem akuten Lehrermangel entgegengesteuert werden könne. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion hat die Maßnahmen zum Gegenstand einer Anfrage (Drs. 20/1759) an den Senat gemacht. Die Christdemokraten wollten unter anderem wissen, inwiefern der Senat beabsichtige, die Unterrichtsverpflichtung von Lehrkräften zu erhöhen, da dies bereits in anderen Bundesländern umgesetzt werde. Averwerser dazu: „Im April hat der Senat das verneint, was sicherlich dem Wahlkampf geschuldet war. Man hat vor allem auf Seiten der SPD nach Kräften versucht, das Thema Bildung unter dem Deckel zu halten. Diese Taktik rächt sich nun. Frau Aulepp hätte längst dafür sorgen müssen, dass sämtliche Schulleitungen Planungssicherheit in ihren Kollegien haben. Ich erwarte von ihr, dass sie steuernd eingreift, auch durch Abordnung und Versetzung von Lehrkräften an ausgewiesene Bedarfsschulen in den herausgeforderten Quartieren. Im Notfall wäre auch die von der KMK vorgeschlagene, begrenzte Anhebung der Unterrichtsverpflichtung eine Option, die wir in unserer Situation nicht ausschließen dürfen.“

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