Ahrens: „Der Senat Bovenschulte verkauft Umverteilung als Qualitätsverbesserung“

CDU-Kritik an geplanter neuer Kita-Finanzierung
Kinder liegen auf dem Boden und malen auf ein Blatt Papier

Bei der geplanten Neuordnung der Kita-Finanzierung in Bremen kritisiert die CDU-Bürgerschaftsfraktion, dass die notwendige zusätzliche und schon in der bisherigen alten Finanzierung fehlende Unterstützung für Kinder mit Förderbedarf weiterhin nur aus dem bestehenden Kita-Budget finanziert werden soll. Statt zusätzliche Mittel bereitzustellen, will der Senat vorhandenes Geld auf mehr Kinder verteilen. Sandra Ahrens, kinder- und familienpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion, kritisiert: „Der Senat verkauft hier Umverteilung als Qualitätsverbesserung. Das ist, als würde man einen Kuchen, der bisher für vier Kinder gedacht war, auf zehn Kinder verteilen und anschließend behaupten, jetzt seien alle besser versorgt.“

Bislang erhielten rund 900 Kinder mit Inklusionsbedarf eine zusätzlich finanzierte Personalausstattung, obwohl seit Jahren mehr Kinder im System sind. Während 2008 noch bei vier Kindern mit anerkanntem Förderbedarf eine Erzieherin finanziert worden war, wurde dieser Standard von Rot-Rot-Grün 2023 bereits halbiert. Nun soll das vorhandene Geld auf noch mehr Kinder verteilt werden. Ahrens: „Im neuen System soll eine zweite Kraft erst für zehn statt bisher vier Kinder mit Förderbedarf finanziert werden. Hinzu kommt, dass künftig nur noch eine sozialpädagogische Assistenz statt einer Erzieherin finanziert werden soll.“ Das ist die Folge durch die Absenkung der Fachkraftquote auf nur noch 65 Prozent Erzieher und 35 Prozent Assistenzkräfte. „Damit erhalten zwar rechnerisch mehr Kinder Unterstützung, tatsächlich sinkt aber die zusätzliche Personalausstattung pro Kind. Alle bekommen etwas – aber weniger als fachlich erforderlich wäre “, so Ahrens.

Die CDU-Fraktion kritisiert, dass der Senat mit der Absenkung des Qualifikationsniveaus und der Inklusionsstandards an der Bildungsqualität der Jüngsten spare. Ahrens: „Wie Senator Rackles so seine angekündigte Qualitätsoffensive umsetzen will, bleibt sein Geheimnis. Die Absenkung der Fachkräftequote wird nicht nur flächendeckend alle Krippen, sondern auch alle Index- und viele Schwerpunktgruppen treffen.“ Damit wären Kinder in genau den Stadtteilen betroffen, wo die Herausforderungen am größten sind. 

Mit einer Kleinen Anfrage (Drs. 21/929 S) will die CDU-Fraktion deshalb klären, welche Fachkraftquoten derzeit tatsächlich gelten, welche Folgen die geplante Finanzierung für die Einrichtungen hätte und wie der Senat die Qualität der frühkindlichen Bildung sichern will. „Gerade bei Sprachförderung und Inklusion brauchen wir gut ausgebildetes Personal. Sinkende Kinderzahlen sind eine Chance für mehr Qualität, nicht für Einsparungen beim Personal. Der Senat muss endlich offenlegen, wie er seine Versprechen einlösen will“, so Ahrens abschließend.

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