Dr. Yazici: „Beim Wohnungsbau hat Bremen kein Erkenntnisproblem, sondern ein Umsetzungsproblem“

Debatte über Baustandards
Im Bau befindliche Wohnhäuser

„Wenn Normen das Bauen um hunderte Euro pro Quadratmeter verteuern und am Ende weniger Wohnungen entstehen, dann darf Politik nicht länger zuschauen. Bremen hat kein Erkenntnisproblem mehr, sondern ein Umsetzungsproblem“, erklärt Dr. Oğuzhan Yazici, baupolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion.

Die CDU-Fraktion sieht sich durch die Debatte über kostentreibende Baustandards bestätigt. Fachleute weisen darauf hin, dass immer neue Normen und technische Anforderungen das Bauen massiv verteuert haben. Nach aktuellen Berechnungen können überzogene Standards Neubaukosten um rund 600 Euro pro Quadratmeter erhöhen. Zugleich könnte ein Verzicht auf überflüssige Normen deutlich mehr Wohnungsbau ermöglichen.

„Wir müssen uns ehrlich fragen, welche Standards notwendig sind und welche das Bauen nur verteuern, ohne den Menschen einen echten Mehrwert zu bringen“, so Yazici. „Wir wollen nicht weniger Qualität, sondern weniger Überfrachtung. Verbindlich bleiben muss, was für Sicherheit, Brandschutz und Gesundheit notwendig ist. Alles andere darf Bauen nicht unnötig verteuern oder verzögern.“

Der Senat Bovenschulte müsse endlich ins Handeln kommen, so Yazici. „Die Novellierung der Bremischen Landesbauordnung muss zügig abgeschlossen werden. Parallel muss der Bremer Weg endlich im Vollzug ankommen: in den Fachbehörden, Dienstanweisungen und Genehmigungsabläufen. Die besten Beschlüsse nützen nichts, wenn weiter nach alter Logik gearbeitet wird.“

Konkret fordert die CDU-Fraktion unter anderem eine praxistaugliche Umbauordnung, die Anerkennung von Typengenehmigungen, weniger starre Zusatzpflichten und eine verbindliche 90-Tage-Regel für Standardprojekte. „Wer nach klaren und bewährten Standards baut, darf nicht monatelang in Verfahren hängen. Genehmigungen müssen wieder zu Baustarts führen“, betont Yazici.

Yazici abschließend: „Bremen braucht endlich eine Politik, die Bauen ermöglicht, statt es auszubremsen. Mehr Tempo beim Bauen bedeutet mehr Wohnungen, bezahlbarere Mieten und bessere Perspektiven für die Menschen in unserer Stadt.“

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Am Freitag (11. September) werden die Petenten der Petition zur Auflösung des Szenetreffs „An der Piepe“ im Petitionsausschuss der Bremischen Bürgerschaft angehört. Mehr als 2.000 Menschen haben die Petition unterstützt. Die CDU-Bürgerschaftsfraktion fordert, ihre Anliegen ernst zu nehmen und insbesondere die Zukunft des heutigen Standorts ergebnisoffen zu prüfen.