Zur Kritik von Gewerkschaften und Rechnungshof

Lübke: „Dienstfahrräder will der Senat offenbar gar nicht“

Marco Lübke

Die CDU-Bürgerschafsfraktion hatte kürzlich gefordert, Beschäftigten des öffentlichen Dienstes ein günstiges Leasing von Dienstfahrrädern anzubieten. Die Koalition lehnte ab und bringt nun einen eigenen Vorschlag in den morgigen Haushalts- und Finanzausschuss ein, der zulasten des Personals geht.

Die CDU-Bürgerschaftsfraktion wollte für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes die berufliche und private Nutzung von klimafreundlichen Dienstfahrrädern ermöglichen. Den Vorschlag für ein attraktives Leasing-Modell, das in Baden-Württemberg bereits erfolgreich genutzt wird und in Hamburg in den Startlöchern steht, lehnte die Koalition ab. Nun legt sie einen Gegenvorschlag vor, der ernüchtert. Marco Lübke, innenpolitischer Sprecher der CDU-Bürgerschaftsfraktion und Mitglied im Haushalts- und Finanzausschuss, erklärt: „Das vom Senat vorgeschlagene Modell eines zinslosen Gehaltsvorschusses bietet in Zeiten von Nullzinsen keinerlei Vorteile für die Beschäftigten und wird deshalb weitestgehend ungenutzt bleiben.“

Auch die Finanzierung steht bereits in der Kritik von Gewerkschaften und Rechnungshof, die CDU-Fraktion schließt sich an. „Unsere Idee war, die Attraktivität des öffentlichen Dienstes zu erhöhen“, betont Lübke. „Der Senat tut das Gegenteil, indem er ein untaugliches Modell auch noch mit Einschnitten in den Personalhaushalten aller Ressorts gegenfinanziert. Der mögliche Vorteil verkehrt sich für die Beschäftigten so in einen großen Nachteil.“

Zum Hintergrund: Im Modell der CDU-Fraktion sparen die Beschäftigten Sozialbeiträge und Steuern auf den umgewandelten Gehaltsanteil. Dem Staat entsteht lediglich ein geringer Verwaltungsaufwand, da die gesamte Abwicklung wie in Baden-Württemberg und Hamburg durch ein externes Unternehmen erfolgt. Im Senatsmodell dagegen fehlen die durch den Gehaltsvorschuss bereits zusätzlich ausgelegten Mittel im allgemeinen Personalbudget, zudem muss er ein umfangreiches Darlehens- und Forderungsmanagement aufbauen.

„Einfallslos und schwerfällig statt kreativ und schnell – unsere unterschiedlichen Politikansätze zeigen sich an diesem Beispiel mal wieder überdeutlich“, urteilt Lübke. „Gerade die Jahrhundert-Herausforderung des Klimawandels erlaubt kein Zaudern mehr – wir müssen kraftvoll handeln und zwar jetzt!“


 

Letzte News

Alle News

Ab Montag könnte in den Bremer Grundschulen wieder Präsenzunterricht in voller Klassenstärke ohne Maske stattfinden, wenn die Inzidenz in den nächsten Tagen weiter unter 100 bleibt. Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion warnt vor einem Rückfall und fordert Senatorin Bogedan auf, klare Vorgaben zu machen.

Der Senat hat heute der Einrichtung eines integrierten Drogenkonsumraums zugestimmt, den die CDU-Fraktion ebenfalls für sinnvoll hält. Die entsprechende Vorlage für die heutige Gesundheitsdeputation wirft aber viele Fragen hinsichtlich der Finanzierung auf.