Grönert: „Für gleiche Chancen und Teilhabe – Bremen braucht konkrete Maßnahmen“

Zum Bremer Protesttag der Menschen mit Behinderung
Rückenansicht einer Person im Rollstuhl

„Es ist unsere Verantwortung als Politik und Gesellschaft sicherzustellen, dass alle Menschen gleiche Chancen sowie Teilhabe erhalten und ihre Fähigkeiten entfalten können“, fordert Sigrid Grönert, sozialpolitische Sprecherin der CDU-Bürgerschaftsfraktion. „Die Würde aller Menschen ist unantastbar und niemand hat das Recht diese an einer Behinderung zu messen.“ Anlässlich des 32. Bremer Protesttages der Menschen mit Behinderung (5. Mai 2024) und der morgigen Kundgebung dazu, richtet sie ihren Blick auf den gegenwärtigen Zustand von Inklusion und Barrierefreiheit in Bremen. Kinder und Jugendliche erhalten oftmals nicht die benötigte Unterstützung, die ihnen zusteht. Speziell kritisiert sie die langen Wartezeiten für junge Menschen im Schulalter mit Entwicklungsproblemen und Lernverzögerungen auf Therapieplätze. „In Bremen warten Kinder ein ganzes Jahr auf eine dringend benötigte Therapie. Hier muss Rot-Rot-Grün zusammen mit allen entsprechenden Akteuren den Ausbau unterstützen und vorantreiben", so Grönert.

Auch im Bereich der schulischen Inklusion bleibt Bremen, vor allem aufgrund fehlender Lehrkräfte und Assistenzen, noch weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Zudem fehlt es an erfolgreichen Wegen für ehemalige Inklusionskinder und jungen Menschen, die erst später mit einer Behinderung leben lernen müssen, in eine reguläre Aus- oder Weiterbildung. „Statt auf unterstützende Maßnahmen stoßen viele Betroffene hier auf ein Zuständigkeitschaos und werden häufig ohne ausreichende Hilfe allein gelassen. Ebenso beschwerlich ist die Vermittlung von einer Beschäftigung in einer Werkstatt in den ersten Arbeitsmarkt oder ins Budget für Arbeit. Die Teilhabe von Menschen mit Behinderung am Arbeitsleben ist noch stark ausbaufähig“, kritisiert Sigrid Grönert. Sie fordert im Sinne der Menschen auch eine gute Umsetzung der 2020 bundesgesetzlich neuaufgestellten Eingliederungshilfe für Bremen. „Diese hat sich in Bürokratie verheddert und bleibt hinter ihrem Ziel zurück, Menschen mit Behinderung eine unkomplizierte individuelle Lebensführung gemäß ihrer Würde zu ermöglichen“, so Grönert. 

Die Kundgebung des Bremer Protesttages findet am Freitag (3. Mai 2024) ab ca. 12 Uhr auf dem Bremer Marktplatz statt. 

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