Eckhoff: „Die Aussagen des Bürgermeisters passen nicht zur Aktenlage“
„Die heutige Aussage des Bürgermeisters wirft mehr Fragen auf, als sie beantwortet. Seine Darstellung passt nicht zu den dokumentierten Vorgängen und der damaligen Kommunikation rund um das Ausscheiden von Staatsrätin Strebl“, erklärt Jens Eckhoff, CDU-Obmann und Vorsitzender des Parlamentarischen Untersuchungsausschusses.
Der Ausschuss hat am Dienstag erneut Bürgermeister Andreas Bovenschulte zu den Vorgängen rund um die Versetzung der damaligen Staatsrätin Irene Strebl in den einstweiligen Ruhestand befragt. Bovenschulte erklärte, Senatorin Moosdorf habe ihm bereits am 14. September 2025 telefonisch mitgeteilt, dass ihre Entscheidung zur Trennung von Strebl gefallen sei. Nach seiner Erinnerung habe Moosdorf dabei sinngemäß einen Vertrauensverlust in Strebls Leistungsfähigkeit als Grund genannt.
Das steht in auffälligem Kontrast zur anschließenden Kommunikation: In der Pressemitteilung vom 15. September findet sich kein Hinweis auf einen Vertrauensverlust. Stattdessen ist von „einvernehmlichen Gesprächen“ und Strebls persönlicher Situation die Rede. Noch deutlicher ist der ursprüngliche Entwurf der Pressemitteilung: Dort wird mehrfach auf eine gemeinsame Entscheidung von Senatorin und Staatsrätin abgestellt. Erst am 19. September änderte die damalige Senatorin Moosdorf ihre Begründung und sprach erstmals von einem Vertrauensverlust.
Eckhoff: „Dass Senatorin Moosdorf der Öffentlichkeit und ausweislich der Akten auch intern ihren Mitarbeitern eine völlig andere Version vermittelt haben soll als dem Bürgermeister, erscheint kaum nachvollziehbar. Hinzu kommt, dass Herr Bovenschulte sich plötzlich nicht mehr daran erinnern konnte, ob er vor der entscheidenden Senatssitzung persönlich mit seiner Senatorin gesprochen hat, nachdem er zuvor noch vermeintliche Inhalte eines solchen Gesprächs geschildert hatte. Das trägt nicht zur Glaubwürdigkeit seiner Darstellung bei. Der Eindruck, dass wir heute nicht die vollständigen tatsächlichen Umstände erfahren haben, ist jedenfalls nicht ausgeräumt.“
Auch die anschließend angehörte ehemalige Staatsrätin Irene Strebl verwickelte sich in Widersprüche. Ihre Aussagen widersprachen gänzlich den Unterlagen, die dem Ausschuss vorliegen. Eckhoff: „Geglänzt hat Frau Strebl ausschließlich mit ihren profunden Kenntnissen des Beamtenrechts. Zur Aufklärung des Sachverhalts hat sie leider nichts beigetragen. Beispielhaft dafür steht ihre Aussage zu den gelöschten Chatnachrichten. Weder konnte sie erklären, was der Inhalt der ursprünglich verfassten Chatnachrichten an Herrn Fries war, noch konnte sie dem Ausschuss erläutern, weshalb sie diese Nachrichten anschließend gelöscht hat."